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Romwallfahrt 2018: Wir waren dabei

Ministranten aus St. Josef haben den Papst besucht
Romwallfahrt 2018: Wir waren dabei
Romwallfahrt 2018: Wir waren dabei

Ministranten aus dem ganzen Bistum haben sich in den Sommerferien nach Rom aufgemacht zur großen Messdiener-Wallfahrt. Auch aus der Pfarrei haben sich Jugendliche auf den langen Weg aufgemacht. Los ging es in der Heilig Kreuz-Kirche. Ein Tagebuch:

Freitag, 27. Juli 2018

Mit viel Spannung bestiegen wir gegen 13.00 Uhr vor der Eissporthalle den Reisebus, nahmen unsere Sitzplätze ein, und durften gleich wieder auszusteigen. Denn alle Limburger Ministranten trafen sich in unserer Heilig Kreuz Kirche zu einem Aussendungsgottesdienst. Dort gab es auch die Pilgerpakete u.a. mit Strohhut und Schlauchtuch. Im Gottesdienst stimmte uns Diözesanjugendpfarrer Uwe Michler auf das Motto: „Suche den Frieden und jage im nach!“ ein. Dank der Musikband hörten und sangen wir das Mottolied und andere im Laufe der Tage zu Schlager gewordene Lieder.

Gemeinsamer Aussendungsgottesdienst des Bistums in Heilig Kreuz

Nach und nach starteten dann alle 18 Busse Richtung Rom, außer Bus 10, die mussten wegen einer defekten Klimaanlage noch bis 1.00 Uhr nachts warten.

Samstag, 28. Juli:

Mit einem großen Schreck begann für viele von uns der Tag. Ein PKW bremste so unvermittelt, dass unser Bus auffuhr und fahruntüchtig auf dem Seitenstreifen stehenblieb. Sofort vergewisserten wir uns, dass niemand zu Schaden gekommen war, dann warteten wir hinter der Schallschutzwand auf die Fortsetzung der Reise. Was folgte, war ein hervorragendes Krisenmanagement. Zuerst wurden wir zum nächsten Rastplatz gefahren, dort betreuten unsere Malteser alle Businsassen. Dem Orgateam gelang es zügig für Ersatzfahrmöglichkeiten zu sorgen. Nur unser Gepäck sollten wir vor dem späten Abend nicht mehr sehen.

Nach dem Unfall warten, wie es weitergeht. Gott sei Dank sind alle unverletzt

Erste touristische Attraktionen (Spanische Treppe, Pantheon, Piazza Navona) begeisterten uns, wenn auch nicht annähernd so sehr wie die 1. Dusche nach 35 Stunden in den gleichen Klamotten.

Sightseeing: Piazza Navona am ersten Tag

Sonntag, 29. Juli

Um 6.45 Uhr wurden wir durch einen zentralen Weckruf aus dem Schlaf geholt.

Beim täglichen Gottesdienst mit allen „Limburgern“

Auf dem Vormittagsprogramm stand das Kolosseum. Dank bestellter Karten konnten wir alle Schlangen umgehen und entspannt in das alte Rom eintauchen. Nur wenige hundert Meter entfernt trafen wir dann alle Limburger wieder. In der Basilika Santa Maria in Aracoeli feierten wir den nächsten großen Gottesdienst, neben den 1.100 Ministranten zierten 20 Priester den Altarraum.

Tolles Gespräch mit dem Bischof

Es folgte ein kurzer Bummel nebst Suche nach einem Mittagessen, bevor wir über den Circus Maximus zum berühmten Schlüssellochblick gelangten. Im nebengelegen Park trafen sich dann alle 130 Frankfurter Ministranten, um bei Pizza und Spielen einen gemütlichen Abend gemeinsam mit Bischof Bätzing zu verbringen. Unsere Ministranten hatten dabei das Glück, ihm über eine Stunde lang Fragen stellen zu können.

Dienstag, 31. Juli

An unserem sogenannten „freien Tag“ fuhren wir nach Castel Gandolfo. Dort besuchten wir die Sommerresidenz der Päpste. Den restlichen Tag verbrachten wir mit zwei weiteren Frankfurter Gruppen am Badesee. Abgerundet wurde der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen direkt vor der Sommerresidenz.

 

Baden zu Füßen von Castel Gandolfo

Dienstag, 31. Juli

Der Italienische Nahverkehr hat seine eigenen Gesetze. So mussten wir 1 ½ Stunden auf einen Bus warten, um überhaupt in die Stadt zu kommen. Diesmal stand die Engelsburg auf dem Programm. Erstens, weil sie eindrucksvoll ist und zweitens weil wir damit mitten im Geschehen waren. Direkt vor der Engelsburg trafen sich alle Limburger um gemeinsam zum Petersplatz zu gehen.

Blick von der Engelsburg auf Rom in Ministrantenhand

„Ohne Limburg wär hier gar nichts los!“ skandierend ging es Punkt 14.00 Uhr los. Dank chaotischer Organisation der Einlasskontrollen mussten wir auch nur knapp 2 Stunden dichtgedrängt in der Sonne stehen, bis wir endlich im Innenbereich waren.

Vom Vorprogramm bekamen wir nicht viel mit, unser Hauptaugenmerk galt dem Bestreben, die Hitze zu überstehen. Trinken, trinken und nochmals trinken, nur unterbrochen vom Luftzuwedeln. Einige schafften es auch, sich vor die Wasserkanone zu stellen, die stetig in die Menge spritzte.

Um 17.50 Uhr war es dann soweit, der Papst fuhr seine Runde durch die begeisterte Menge. Für unsere Ministranten der Höhepunkt der Wallfahrt schlechthin. Nicht nur auf dem Bildschirm sondern auch fast zum Anfassen nah, fuhr Papst Franziskus an uns vorbei.

Der Papst ganz nah

Die anschließende Vesper auf italienisch mit englischer Übersetzung war dann weniger spannend.

Spannender war es abends auf der Spanischen Treppe, als ein Polizist sehr energisch durchgreifend für Ruhe auf dem „MONUMENT“ sorgte. Mehr wird hier nicht verraten.

Strahlende Gesichter nach der Papstaudienz

Mittwoch, 1. August

Limburger Gottesdienst in St. Paul vor dem Mauern

Ab jetzt war es mit dem „langen“ Schlafen vorbei. Wer künftig rechtzeitig beim Frühstück sein wollte, musste bereits um 6.00 Uhr aufstehen. Diesmal fand der Limburger Gottesdienst in St. Paul vor den Mauern statt. Nervige Sicherheitskontrollen hielten uns nicht davon ab, einen fröhlichen Gottesdienst mit sehr dynamischer Predigt zu feiern.

Den Nachmittag verbrachten wir an und in den Domitilla Katakomben. Dort gönnten wir uns im Untergrund ein paar kühle Minuten.

Blind Date mit zwei bayrischen Gruppen

Am frühen Abend stand das Blind Date mit zwei anderen 50er Gruppen auf dem Programm. Miteinander singen, beten und vor allem ins Gespräch kommen war das Ziel. Wir hatten zwei bayrische Gruppen zugelost bekommen, leider ohne Dolmetscher. Mit dem Austausch von persönlichen Friedenswünschen trennten sich unsere Wege. Der Unsrige führte uns in das Sachsenhausen Roms in den Stadtteil Trastevere. Hier genossen wir das Flair und die Xte Pizza.

Abgeschlossen wurde der Tag mit vielen Limburgern unterhalb der Villa Borghese. Dort spielte die Limburger Band, nachdem sie von der Spanischen Treppe verwiesen wurden. Spontan gesellte sich auch noch eine Gruppe aus dem Bistum Speyer hinzu.

Donnerstag, 2. August

Limburger Gottesdienst im Petersdom

Der letzte Tag begann und endete mit je einem Höhepunkt. Die morgendliche Eucharistiefeier fand nirgendwo anders als im Petersdom statt. Saß man erstmal im Dom hatte man auch schnell das über einstündige Anstehen (mal wieder in praller Sonne) an einer(!) Sicherheitsschleuse vergessen. Für zwei Limburger Ministranten hatte der Gottesdienst eine besondere Bedeutung, sie wurden dort von unserem Bischof gefirmt. Wurden in den anderen Gottesdiensten die jeweiligen Geburtstagskinder besungen, so mussten diese bis zum Abend warten.

In der Sixtinischen Kapelle

Für uns galt es noch die beiden letzten Punkte unserer Wunschliste anzugehen. Die Vatikanischen Museen samt Sixtinischer Kapelle waren zwar hoffnungslos überfüllt, aber dadurch nicht weniger eindrucksvoll. Voll war es dann auch am Trevibrunnen.

Schließlich war es soweit, 18.00 Uhr auf einem Sportplatz am Rande Roms. An 110 Tischen fanden alle Limburger Ministranten, Busfahrer, Sanitäter, Mitarbeiter, natürlich der Bischof und die Musikband Platz. Es gab ein sensationelles Buffet. Wer noch Energie hatte fand rund um die Tische diverse Spielmöglichkeiten. Nach wenigen Dankesreden heizte die Band dermaßen ein, dass sogar das drohende Gewitter den Rückzug antrat. Die Stimmung wurde immer besser, so dass es am Schluss egal war, ob ein Popsong oder ein Kirchenlied gespielt wurde.

1100 begeisterte Ministranten feiern beim Limburger Abend

Freitag, 3. August

Alles geht einmal zu Ende. Es galt zu packen, das Gepäck in den Bussen zu verstauen und sich von Rom zu verabschieden. Es ging aber nicht gleich nach Hause. Es folgte noch ein Abstecher nach Assisi. Dort erlebten wir hautnah die Begegnung mit dem Leben des hl. Franziskus. Dem großen Abschlussfoto folgte ein letzter Gottesdienst. Welch ein Unterschied zum Start in Heilig Kreuz. Geprägt von Dankbarkeit für die zahlreichen Erlebnisse und gegenüber denen, die das ermöglicht hatten, feierten wir als große Gemeinschaft einen fröhlichen, mitreißenden Gottesdienst.

Nach einer zum Glück unspektakulären Heimfahrt stand nur noch eines an: im eigenen Bett richtig gut schlafen.

Abschluss in Assisi